Infos für Patienten und Betroffene

Krankheiten der Lunge und der Atemwege, einschließlich der bösartigen Erkrankungen von Lunge und Rippenfell, sind für die Betroffenen und ihre Familien ein Schicksalsschlag und eine oft lebenslange Belastung. Das Wissen über die Krankheitsursachen und die verfügbaren Therapiemaßnahmen hilft, mit der Erkrankung besser zurecht zu kommen.

Nur der Experte kennt bei den meist komplexen Erkrankungsbildern die Zusammenhänge und ist über den aktuellen Stand des medizinisch-wissenschaftlichen Wissens informiert.

Informationsblätter

Hier können Sie sich Faltblätter mit Informationen zu zahlreichen Lungenbeschwerden herunterladen, wie beispielsweise Asthma, Bronchitis, Lungenfibrose und mehr.

Patienten fragen – Experten antworten

Hier finden Sie Antworten zu den wichtigsten Fragen über Lungengesundheit, Rauchen und häufige Lungenkrankheiten.

12 Fragen zum Rauchen

Im Rahmen unseres Schulwettbewerbs „Schreiben gegen die Sucht” erreichte uns der Brief des 14-jährigen Matheus

Nachfolgend beantworten wir seine 12 Fragen zum Rauchen.

Liebe Lungenstiftung,

ich hoffe, dass Sie sich für meine Fragen Zeit nehmen können und mir ein bisschen Wissen über dieses Thema geben können.

Da man Sie empfohlen hat, hoffe ich, dass Sie mir da behilflich sein können. Da Sie ein Arzt sind, nehme ich an, dass Sie sich mit diesem Thema gut auskennen.

Frage 1:

Ich bin 14 Jahre alt und war Raucher von 7-10 Zigaretten täglich für 1,5 Jahre(also 10 Monate "Lungenrauchen" und 9 Monate "gepafft"). Doch jetzt bin ich konsequenter Nichtraucher und werde es auch bleiben! Doch gestern habe ich, obwohl ich schon seit 4 Monaten Nichtraucher bin, eine Zigarette geraucht, ist das schlimm?

Antwort:

Du hast Glück gehabt, dass Du nach über einjährigem Rauchen nicht abhängig geworden bist! Nikotin macht in der Regel nach wenigen Monaten süchtig. Darin steht es harten Drogen nicht nach. Die eine Zigarette, die Du jetzt doch geraucht hast, schadet der Lunge zwar kaum. Die Gefahr ist aber, dass Du wieder in das Rauchen hinein rutschst. Die Versuchung ist groß. "Eine ist keine" stimmt meistens nicht. Kennst Du den Spruch von Mark Twain: "Nichts ist leichter als mit dem Rauchen aufzuhören, ich habe es schon 10 Mal geschafft."Die Rückfallquote ist leider sehr hoch.

Frage 2:

Was ist schlimmer Lungenrauchen oder Paffen? Hat das Paffen auch gesundheitsschädigende Wirkung auf die Lunge?.

Antwort:

Wenn Du eindeutig nur paffst, also nicht inhalierst, ist die Schädigung von Lunge und Bronchien natürlich geringer. Du musst aber wissen, dass die Teerrückstände des Tabakrauches auch Kehlkopf-, Speiseröhren-, Zungen- und Lippenkrebs verursachen können. Auch wird das im Zigarettenrauch enthaltene Nikotin, das für die Herz-Kreislaufschäden des Rauchens verantwortlich ist, auch über die Mundschleimhaut in den Körper aufgenommen.

Frage 3:

Lohnt es sich eigentlich aufzuhören?

Antwort:

Es lohnt sich immer aufzuhören. Für die Lungenschädigung ist die Dauer des Rauchens genauso wichtig wie die Zahl der täglich gerauchten Zigaretten. Es ist also die Gesamtzahl der inhalierten Zigaretten, die das Risiko, an Lungenkrebs und Chronischer Bronchitis zu erkranken, auf das bis zu 30-fache eines Nichtrauchers erhöht.

Frage 4:

Regeneriert sich die Lunge wieder oder ist sie durch mein 1,5 Jahre Rauchverhalten zu stark geschädigt?

Antwort:

In gewissem Umfang regenerieren Lunge und Bronchien sich mit zunehmender Dauer des Nichtrauchens. Mit einer "nur" 1 ½-jährigen Raucherkarriere hast Du eine gute Chance, ohne Schädigung davongekommen zu sein.

Frage 5:

Regeneriert sich der Körper bei Jugendlichen schneller als bei Erwachsenen, da sich dieser ja noch im Wachstum befindet und die Zellenerneuerung öfters stattfindet als bei Erwachsenen?

Antwort:

Das kann man leider nicht eindeutig sagen. "Jugendliches Gewebe" regeneriert sich zwar in der Regel besser, ist aber auch anfälliger gegenüber Schädigungen.

Frage 6:


Habe ich durch mein Rauchverhalten ein größeres Risiko im späteren Alter (40, 50, 60 Jahre) an einem Bronchialkarzinom oder einer anderen Krebsart zu erkranken?

Antwort:

Wenn Du in Zukunft "abstinent" bleibst, ist ein persönliches Risiko, in höherem Alter an Krebs zu erkranken, nur minimal erhöht.

Frage 7:

Gleicht sich mein Krebsrisiko wieder dem eines Nichtrauchers an? Wenn ja, wie lange dauert denn das?

Antwort:

Ja, je länger Du "Ex-Raucher" bleibst, um so mehr sinkt das Risiko, an Lungenkrebs zu erkranken, auf das Niveau eines Nichtrauchers.

Frage 8:

Wird sich das Risiko aller Raucherkrebse wieder dem Niveau eines Nichtrauchers angleichen?

Antwort:

Je länger Du geraucht hast, um so geringer ist die Chance, das geringe Krebsrisiko eines Nichtrauchers zu erreichen.

Frage 9 und Frage 10:

Werde ich dann nichts mehr zu befürchten haben, wenn ich ab jetzt für immer konsequenter Nichtraucher bleibe oder kann es noch Spätfolgen des 1,5 Jahre Rauchens geben, obwohl ich schon Nichtraucher bin? Habe ich jetzt was Schlimmes getan, was ich dann auch später im Leben bereuen werde, oder wird nichts mehr wegen diesem "Fehler" passieren?

Antwort:

Für Dich kann man sagen (konsequentes Nichtrauchen vorausgesetzt), dass Du bezüglich eines höheren Krebsrisikos wahrscheinlich nichts zu befürchten hast. Fehler kann man in der Regel nicht komplett ungeschehen machen, das Entscheidende ist, daraus zu lernen und sie nicht zu wiederholen.

Frage 11:

Um das Risiko und die Empfindlichkeit für Tabakrauch auch richtig einschätzen zu können, wird vielleicht  meine Familienanamnese hilfreich sein.

Ich bin 14 Jahre alt. Mein Vater rauchte im Alter von 19-21 Jahren 5 bis 10 Zigaretten täglich. Keine Spätfolgen sind in seinem Alter von 50 Jahren aufgetreten.

Beide Opas haben geraucht. Der Opa mütterlicherseits hat jahrelang Pfeife gepafft - er lebt noch, keine Folgen.

Antwort:

Dein Vater hat ja eine ähnliche Rauchervorgeschichte wie Du selbst und sollte, statistisch gesehen, ebenfalls nur ein minimal erhöhtes Lungenkrebsrisiko haben, da er nur kurz geraucht und früh aufgehört hat. Glücklicherweise erkrankt nicht jeder Raucher an Lungenkrebs, aber inhalatives Rauchen ist eindeutig der Hauptrisikofaktor für das Entstehen eines Lungenkrebses. 80 bis 85 % aller Lungenkrebspatienten haben jahrelang geraucht.

Dein Pfeife-paffender Großvater mütterlicherseits hat, wenn er wirklich nur pafft und nicht inhaliert, sicherlich kein extrem hohes Lungenkrebsrisiko, aber eben doch gesundheitliche Risiken bezüglich Mundhöhlenkrebs und Herz-Kreislauferkrankungen.

Was die genetische Familien-Anamnese ganz allgemein angeht: Ja, es gibt Familien, bei denen Veränderungen im genetischen Code zu einem erhöhten Krebsrisiko, teils allgemein, teils organbezogen führen. Dann müssen natürlich krebsauslösende Faktoren wie Zigarettenrauch konsequent gemieden werden. Du weißt wahrscheinlich, dass langjähriges Passivrauchen, z.B. in Raucherfamilien, am Arbeitsplatz oder in Kneipen, das Krebsrisiko auch erhöhen kann.

Frage 12:

Meine Mutter ist vor 4 Jahren gestorben - Mamma-Karzinom, Sie war Nichtraucherin.

Das war meine genetische Familienanamnese und wie werden Sie jetzt wohl mein Risiko durch mein bisheriges Rauchen einschätzen?

Gruß Matheus

Antwort:

Was den tragischen Tod Deiner Mutter angeht, die in jungen Jahren an einem Mamma-Karzinom gestorben ist und die Nichtraucherin war, so bedeutet das für Dich kein höheres Krebsrisiko, da die Mechanismen der Entstehung eines Mamma-Karzinoms ganz anders sind und in der Regel nichts mit Umweltgiften zu tun haben.

Ich hoffe, unsere Antworten haben Dir weitergeholfen. Wir fänden es gut, wenn sich aus unserem Briefwechsel Diskussionen im Freundeskreis und in der Familie ergeben würden. Vielleicht könnte Dein Fragenkatalog mit unseren Antworten auch Basis für eine interessante Biologiestunde in der Schule sein.

Herzlich
Deine Lungenstiftung

3 Fragen zur Lungengesundheit

Frage 1:

Können Sie mir einige Punkte nennen, was der Mensch für eine gesunde Lunge tun kann?

Antwort Professor Fabel, Deutsche Lungenstiftung:

Das Beste, was Sie für Ihre Lunge tun können, ist, nicht zu rauchen. Durch Rauchen erhöhen Sie Ihr Risiko, an einer schwerwiegenden Lungen- und Bronchialerkrankung zu erkranken oder an einer Herz-Kreislauf-Erkrankung zu sterben, um ein Vielfaches. Bedenken Sie auch, dass stundenlanges Passiv-Rauchen, z. B. in der Familie oder im Büro, ein gesichertes Gesundheitsrisiko darstellt, und bestehen Sie auf einer rauchfreien Atmosphäre an Ihrem Arbeitsplatz.

In den westlichen Ländern verbringen wir etwa 80 - 90 % unseres Lebens in geschlossenen Räumen, häufig überheizt und in der Regel mit viel zu niedriger Luftfeuchtigkeit. Sorgen Sie für eine freie Nasenatmung, da der Nase eine wichtige Funktion zur Anfeuchtung und Reinigung der Atemluft zukommt.

Frage 2:

Welche Möglichkeiten gibt es zum Test der eigenen Lungenkapazität?

Antwort Professor Fabel, Deutsche Lungenstiftung:

Eine exakte Bestimmung Ihrer Lungenleistung kann nur mit einer sogenannten Lungenfunktionsprüfung erfolgen. Bei Ihrem behandelnden Arzt ist in der Regel eine solche Untersuchung möglich. Diese sollte auch Bestandteil eines Gesundheits-Checks sein. Sie selbst registrieren eine Einschränkung Ihrer Lungenfunktion bzw. eine beginnende Lungen- und Bronchialerkrankung in der Regel als Zunahme der Luftnot bei körperlicher Belastung. Dieses Zeichen ist aber unspezifisch und kann genauso gut auf eine Herzschwäche hinweisen. In jedem Fall sollte eine Änderung Ihrer Belastbarkeit zu entsprechenden Untersuchungen führen. Bedenken Sie auch, dass Ihre Lunge eine Kapazität hat, die auf schwere körperliche Belastungen ausgelegt ist. Bei den Belastungen des täglichen Lebens mit relativ geringem Sauerstoffverbrauch merken Sie Einschränkungen der Lungenfunktion erst, wenn mehr als 1/3 Ihrer Lungenleistung schon verloren gegangen ist. Es lohnt sich also, frühzeitig Vorsorgeuntersuchungen wahrzunehmen.

Frage 3:

Welches Signal gibt es für eine "kranke Lunge"?

Antwort Professor Fabel, Deutsche Lungenstiftung:

Zeichen einer Lungen- und Bronchialerkrankung sind, wie bereits oben gesagt, in erster Linie zunehmende Luftnot sowie Husten und Auswurf. Bei bestimmten Erkrankungen können Schmerzen im Brustkorb hinzukommen, die atemabhängig sind bzw. sich bei vertiefter Atmung verstärken.

Die folgenden Symptome:

 

  • Luftnot bei kleinen Belastungen,
  • Husten, der länger als 3 Wochen anhält,
  • Auswurf, insbesondere, wenn er gelblich/grünlich verfärbt ist, und
  • Schmerzen bei der Atmung

sollten Sie auf alle Fälle zum Arzt führen.

Fragen zur Lungenfibrose

Frage: 

Sehr geehrter Herr Professor,

der seit ca. März 2007 progressiv sich verstärkende Krankheitsverlauf macht mir große Sorgen. Zunehmende Hustensymptomatik ist sehr belastend für mich. Dumpfe Lebensfreude macht sich breit. Ich versuche mit regelmäßiger Atemgymnastik (erlernt) den Sauerstoffaustausch in der jetzigen Form zu erhalten. Sportliche Aktivität, wie Nordic Walking, Tennis und Ergometertraining sowie viel Bewegung an der frischen Luft sind seit längerer Zeit vorrangig. Zur Zeit nehme ich keine Medikamente, es gibt wahrscheinlich keine gegen diese Krankheit. Eine halbjährige Kortisontherapie war wirkungslos. Bei stark übermäßigem Husten setze ich einen Hustenblocker ein. Können Sie mir aufgrund Ihrer Erfahrungen Hinweise zur Abhandlung geben?

Mit bestem Dank im Voraus

Klaus E.

Antwort:

Sehr geehrter Herr E.,

in Beantwortung Ihres Briefes ist zunächst festzustellen, dass im Vergleich der beiliegenden Befunde im letzten Jahre erfreulicherweise nur ein minimaler Abfall Ihrer Lungenfunktionswerte eingetreten ist. Dabei ist zu berücksichtigen, dass altersbedingt Jahr für Jahr die Lungenfunktion auch bei Gesunden geringfügig abnimmt.

Offensichtlich sind Ihre Blutgaswerte so, dass noch keine Langzeitsauerstoff-Therapie auch in Ruhe erforderlich ist. Im Vordergrund steht in Ihrem Beschwerdebild offensichtlich ein deutlicher trockener Reizhusten, der typisch ist für Lungenfibrosen. Möglicherweise atmen Sie sehr viel mehr durch den Mund, so dass auch Ihre oberen und unteren Luftwege stärker austrocknen. Insbesondere in den Wintermonaten sollten Sie für eine ausreichende Luftfeuchtigkeit in Ihren Wohnräumen (mindestens 40 % Wasserdampfsättigung) sorgen. Ich gehe davon aus, dass Sie bereits ein sogenanntes Hygrometer haben

Auch aus meiner Sicht sollte eine Steroidtherapie (Kortison) nicht wieder eingeleitet werden, wenn eine halbjährige Therapie keine Besserung gebracht hat. In der Tat ist es sicherlich sinnvoll mindestens in bestimmten Situationen (gestörte Nachtruhe durch Hustenreiz) ein Antitussivum einzunehmen. Insofern bin ich mit den Therapievorschlägen Ihres behandelnden Pneumologen einverstanden und kann Ihnen auch keine zusätzliche, sinnvolle Therapie anbieten bzw. empfehlen.

Mit freundlichen Grüßen

Prof. Dr. med. Helmut Fabel

Ehrenvorsitzender der Deutschen Lungenstiftung e.V.


Frage:

Sehr geehrte Damen und Herren!

Ein naher Verwandter ist an der Lungenfibrose gestorben. Er war Gärtner und hat über viele Jahre mit Paraquat gearbeitet. Gibt es gesicherte Erkenntnisse über die Geeignetheit von Paraquat beim Menschen Lungenfibrose auszulösen?

Ich danke Ihnen für Ihre Mühe im voraus.

Mit freundlichen Grüßen

Erwin S, Hannover

Antwort:

Sehr geehrter Herr S,

In der Tat gibt es einen Zusammenhang von Paraquat und dem Auftreten einer Lungenfibrose. Zusammenhang: Paraquat ist in der Lage über sehr komplizierte und komplexe biochemische Wirkungen besonders an Körperzellen mit hohem Sauerstoffumsatz zu Entzündungsvorgängen zu führen, die dann später in einer Vernarbung des Gewebes (Fibrose) enden. Dies ist an der Lunge der Fall und die Lungenfibrose ist dann auch der begrenzende Faktor für das Leben bei einer schweren Vergiftung mit Paraquat.

Allerdings ist einschränkend zu sagen: die Aufnahme von Paraquat über die Atemwege und die Lunge im Sinne einer Flüssigkeitsverneblung (Tröpfcheninhalation) ist außerordentlich gering, dies liegt vor allem an der Tröpfchengröße von Paraquat, die einen Weg in den Lungenbläschenbereich nur sehr wenig zulässt. Paraquatvergiftungen gibt es demnach eigentlich nur noch Aufnahme über den Magen-Darm-Trakt. Die Auswirkungen dann im Körper sind abhängig von der Menge und der Zeiteinheit. Also: im konkreten Fall Ihres verstorbenen Verwandten muss man klären, ob und wenn ja auf welche Weise und in welcher Menge Paraquat in ausreichendem Maße in den Körper gelangt ist. Dazu sollten Sie einen guten Lungenarzt und Arbeitsmediziner in Ihrer Nähe aufsuchen, u.U. wenden Sie sich an die Medizinische Hochschule Hannover, Abt. Pneumologie und nehmen dieses Antwortschreiben mit.

Mit freundlichen Grüßen

Ihr

Prof.Dr.med.Harald Morr (Vorsitzender der Deutschen Lungenstiftung und Direktor der Pneumologischen Klinik Waldhof Elgershausen, Greifenstein)


Fragen zur Lungenentzündung

Frage:

Sehr geehrte Damen und Herren,

meine Tochter Sohpie (8 Jahre alt) hat seit dem 2. Lebensjahr Probleme mit den Atemwegen. Damals wurde das erste Mal Pseudo-Krupp diagnostiziert. Ihre Mandeln waren immer fast immer golfballgroß, hatte oft nachts starken, trockenen Husten. Wenn Sie aufwachte, hat sie vor Halsschmerzen geschrien. Mit Kochsalzlösung wurde dann inhaliert und Salbeitee getrunken. Vom zweiten bis vierten Lebensjahr hatte sie nachts Albträume, ist oft nachts aufgeschreckt und hat geweint. Ich hatte oft den Eindruck, sie bekommt kurzzeitig keine Luft und Panik. Laut Allergietest Reaktion auf Schimmel, Roggen und Gerste. Hat aber im Winter und Frühling keine Atemwegsprobleme. Im Sommer ist sie dann immer krank. Seit 2006 hat sie regelmäßig im Spätsommer oder Herbst eine Lungenentzündung, die dann mit Antibiotika und Inhalation mit Kochsalzlösung behandelt wird. Es wir dann auch sofort besser. Sophie hat noch keine andere ernsthaften Erkrankungen gehabt auch keine Kinderkrankheiten und sie hat nie Fieber.

Meine Frage lautet jetzt: Wieso bekommt sie jeden Sommer eine Lungenentzündung und wie kann ich sie schützen?

Antwort:

Sehr geehrte Frau H.

Sie schreiben uns, dass Ihre Tochter Sophie seit 2 Jahren erhebliche Probleme mit den Atemwegen habe. Es sei bereits ein Pseudo-Krupp einmal aufgetreten. Auch seien ihre Mandeln auch fast immer golfballgroß und sie klage nachts über starken, trockenen Husten. Aus Ihrer Sicht habe sie nachts häufig Albträume. Möglicherweise entstehen diese durch Luftnot. Weiterhin ist offensichtlich eine allergische Erkrankung, möglicherweise mit Asthma bronchiale bekannt. Es bestehen eine ganze Reihe von allergischen Reaktionen auch auf Pollen. Weiterhin teilen Sie mit, dass Ihre Tochter in den letzten 2 bis 3 Jahren regelmäßig im Spätsommer oder Herbst eine Lungenentzündung gehabt habe.

Ganz offensichtlich besteht bei Ihrer Tochter eine Allergie mit Atemwegsproblemen. Neben einer attackenförmigen Verschlimmerung der Asthmasymptomatik nach Kontakt mit entsprechenden Allergenen (z.B. Pollen) ist bekannt, dass bei vorhandenem Asthma in den Nacht- und frühen Morgenstunden eine Verschlimmerung der Symptomatik auftreten kann. Auch muss ich Sie fragen (da Sie das nicht mitgeteilt haben), ob die Mandeln inzwischen entfernt wurden. Golfballgroße Mandeln können insbesondere nachts in Rückenlage zu einer ganz erheblichen Verlegung der oberen Luftwege führen und müssen dann auch entfernt werden. Zur Frage der Lungenentzündung müsste geklärt werden, ob diese auch im Röntgenbild sichtbar war oder ob lediglich durch Abhören der Verdacht auf eine Lungenentzündung geäußert wurde. Die entsprechenden Geräusche bei der Auskultation können sehr ähnlich sein. Auch müsste abgeklärt werden, ob evtl. chronische Bronchialveränderungen in Sinne einer Brochiektasie vorliegen, die zu immer wieder aufflackernden Lungenentzündungen führen können.

Der saisonale Charakter der Erkrankung spricht am ehesten für eine Allergie bzw. eines Asthma bronchiale. Die nächtlichen Attacken müssten dennoch weiter abgeklärt werden. Selten liegt auch bei Kindern ein sogenanntes Schlafapnoesyndrom bzw. eine schlafbezogene Atemstörung vor, bei der, insbesondere in Rückenlagen, die Zunge sich nach hinten verlagert und die Atemwege teilweise verlegen kann. Falls Sie noch nicht bei einem entsprechenden Facharzt für Pneumologie gewesen sind, sollte eine ausführliche Untersuchung entsprechend unseren Ausführungen durchgeführt werden. 

Mit freundlichen Grüßen

Prof. Dr. med. Helmut Fabel

Ehrenvorstand der Deutschen Lungenstiftung e.V.

Fragen zur offenen TBC

Frage:

Meine geschiedene Frau liegt mit einer offenen TBC in Isolation. Nach Auskunft der Ärzte entspricht die Stärke der Krankheit einer Verschleppung von mindestens 12 Monaten. Zwei ihrer Kinder wurden vom Gesundheitsamt behandelt (Anfang Januar Tine-Test, auch wenn positiv kein Röntgen; Ende Februar Test nach Mendel-Mantoux - wenn positiv, d.h. Quaddeln, röntgen). Bei der älteren Tochter war der Test positiv, sie bekommt nun für 9 Monate Isozid (auf dem Röntgenbild konnte aber nichts erkannt werden).

Unsere gemeinsame Tochter (6 Jahre alt, Frühgeburt der 25 SSW +1) bekam den Tine Test vom Kinderarzt. Der Test war positiv, danach wurde die Lunge geröntgt. Auf dem Röntgenbild konnte nichts festgestellt werden. Sicherheitshalber hat der Kinderarzt Isozid verschrieben.

Auf Aufforderung des Gesundheitsamtes wurde bei ihr ein Mendel- Mantoux -Test gemacht. Ablesen erfolgte nach 6 Tagen. Die gefundene Quaddel hatte einen Durchmesser von 20 mm. Der Arzt des Gesundheitsamtes sagte, dies bedeute, sie habe sich mit TBC infiziert. Isozid müsse nun insgesamt 9 Monate gegeben werden. Ein nochmals gemachtes Röntgenbild war negativ.

Der Kinderarzt meinte, ein positiver Mendel- Mantoux Test würde nicht unbedingt auf eine Infizierung schließen lassen. Er hat eine Blutprobe entnommen. Bei dieser wurde keine Infektion festgestellt und sie sei somit gesund. Das Gesundheitsamt sagte, aus Blutproben kann man keine TBC-Infektion erkennen.

Ich hoffe, Sie verstehen, dass mich diese Unklarheit innerlich sehr aufwühlt, gerade auch weil vom Gesundheitsamt geäußert wurde, dass die Heilchance durch Isozid bei nur 90 % liegt.

Können Sie mir sagen, was nun richtig ist? Zeigt ein wie oben beschriebener Test nach Mendel- Mantoux sicher eine Infektion an oder ist ein Bluttest genauer?

Vielen Dank

Antwort:

Die an uns gestellte Frage ist nicht ganz einfach zu beantworten.

Offensichtlich hatte Ihre Tochter Kontakt mit Ihrer geschiedenen Frau, die an einer offenen Tuberkulose erkrankt ist. Möglicherweise bestand dieser Kontakt über einen längeren Zeitraum.

Wenn nun bei Ihrer 6-jährigen Tochter der Tine-Test positiv war und auch ein später durchgeführter so genannter Mendel-Mantoux-Test eine deutliche Quaddel mit einem Durchmesser von etwa 2 cm gezeigt hat, muss man davon ausgehen, dass das Immunsystem ihrer Tochter sich mit Tuberkulose-Bakterien auseinander gesetzt hat. Wir wissen, dass nur ein kleiner Teil von latent infizierten und Tine-Test-positiven Personen letztlich erkrankt. In aller Regel schafft es ein gesundes Immunsystem, sich mit den Bakterien auseinander zu setzen und den Ausbruch einer Erkrankung zu verhindern.

Regelmäßige Kontrollen des Röntgenbilds sind in der Tat nötig. Bei der Gabe von Isozid über einen Zeitraum von 6 bis 12 Monaten handelt es sich um eine Vorsichtsmaßnahme, die auch ich in diesem Fall für angemessen halte. Da ihre Tochter erst kürzlich Kontakt zu einer Person mit aktiver Tuberkulose hatte, gehört sie eindeutig zu dem Kreis mit erhöhtem Risiko einer TBC-Erkrankung. Ich würde die Therapie auch dann durchführen, wenn Blutproben keinen Hinweis auf eine bestehende Infektion geben. Wegen eventueller Nebenwirkungen des Medikaments müssen während der Isozid-Behandlung allerdings sicherheitshalber Laborproben, insbesondere von Untersuchungen der Leberfunktion, durchgeführt werden.

Insgesamt dürfte unter Berücksichtigung der natürlichen Heilkräfte des Organismus und der vorsorglichen Isozid-Gabe die Wahrscheinlichkeit eines Ausbruchs der Erkrankung sehr gering sein. Eine ausführliche (englisch-sprachige) Darstellung der latenten TBC-Infektion finden Sie in der Zeitschrift New England Journal of Medicine (N.Engl.J.Med. 347.23.S. 1860-1866, 2002) www.nejm.org

Mit freundlichen Grüßen

Prof. Dr. med. Helmut Fabel

Deutsche Lungenstiftung e.V.

Fragen zu Pneumothorax

Frage:

Sehr geehrte Damen und Herren,

ohne jemals in meinem Leben geraucht zu haben ( auch in der Familie raucht niemand) habe ich seit meinem 33. Lebensjahr Spontan-Pneumothoraces immer rechts.

10/1986 nur an Absaugung im KIM

1998 - nach wiederholten Mantel-Pneus ambulante Pleurapunktionen

09/1998 stationär videoassistierte Thorakoskopie, 3 Bullae-Resektion und Pleurektomie. Anschließend mehrere Reizergüsse und Luftnot, Entfernung mit Pleurapunktionen, histolog. Aufarbeitung ergab bullöses Lungenemphysem 9 Jahre Ruhe physisch und psychisch

09/2007 - blitzartiges Stechen nachts

Klinikseinweisung, 3 Wochen stationär: Pleuracan Drainage, anschließend Bülau Drainage

Eine 3 wöchige Kur im März in Ückeritz brachte körperliche Fortschritte.

Zustand heute:

Suche nach einem Spezialisten für Pneumothoraces

Psychisch hohe Anspannung, Angstzustände vor neuen Pneu Schmerzen beim Niesen und Husten, manchmal auch beim Atmen (Narbenschmerzen?) geringe Belastbarkeit, schnell außer Atem.

Ich würde mich freuen, wenn Sie mir mit einem Rat, einem Spezialisten oder sonstigem Hinweis auf Verhaltensmaßnahmen helfen könnten.

Mit freundlichen Grüßen

Marion V.

Antwort:

Sehr geehrte Frau V.

offensichtlich haben Sie in den vergangenen 10 Jahren mehrfach Pneumothoraces durchlitten. Grunderkrankung scheint ein bullöses Emphysem zu sein. Pneumothoraces neigen in der Tat zu Rezidiven, insbesondere wenn bullöse Lungenveränderungen vorliegen. In diesen Fällen ist eine Resektion der überblähten Lungenareale mit Pleurektomie notwendig. Das ist offensichtlich bei Ihnen durchgeführt worden. Nach einer solchen Pleurektomie ist das Auftreten von erneuten Pneumothoraces selten, kann aber nicht ausgeschlossen werden. Ich weiß nicht, ob der erneute Pneumothorax auf der gleichen Thoraxseite aufgetreten ist. Möglicherweise muss man diskutieren, ob auch auf der anderen Seite eine Pleurektomie oder eine Übernähung der Bullae stattfinden sollte.

Es gibt nicht spezielle Lungenfachärzte für den Pneumothorax, alle großen Lungenkliniken in Deutschland sind mit diesem Problem vertraut. Narbenschmerzen nach Pleurektomie sind möglich und häufig langfristig auch ein Problem. Auch beim tiefen Einatmen und Husten können Missempfindungen auftreten. Normalerweise führt eine Pleurektomie zu keiner entscheidenden Einschränkung der Lungenfunktion. Wenn Ihre Belastbarkeit vermindert ist, dürfte das eher mit Ihrer Grunderkrankung, nämlich einem sogenannten bullösen Lungenemphysem in Zusammenhang stehen. Auf alle Fälle sollte, wenn nicht schon erfolgt, eine ausführliche lungenfunktionsanalytische Untersuchung bei einem Spezialisten erfolgen, um herauszufinden, ob man Ihnen zusätzlich noch medikamentös helfen kann.

Mit freundlichen Grüßen

Prof. Dr. med. Helmut Fabel

Ehrenvorsitzender der Deutschen Lungenstiftung e.V.

Fragen zu Raucherbronchitis

Frage:

Sehr geehrte Damen und Herren,

mein Freund leidet bedingt durch langjähriges Rauchen an einer chronischen Bronchitis. Er ist seit einigen Jahren inzwischen Nichtraucher.

Er hustet jedoch nicht, sondern zieht den Schleim schon vorab hoch, um ihn auszuwerfen. Ich habe gehört, dass das auf die Luftröhre sehr ungesunde Auswirkungen haben kann. Ist Abhusten sinnvoller/besser?

Wenn Sie mir hier eine Auskunft geben könnten, wäre ich Ihnen sehr dankbar.

Im Voraus besten Dank.

Gabriele K.

Antwort:

Sehr geehrte Frau K.,

Sie haben uns mitgeteilt, dass Ihr Freund an einer langjährigen Raucherbronchitis leidet (wiewohl er inzwischen Nichtraucher ist). Ihre spezielle Frage ist, ob das Hochziehen von Schleim ungünstige Auswirkungen auf die Luftröhre haben kann und ob es sinnvoller ist, den Schleim bewusst abzuhusten.

Auch die gesunde Lunge produziert täglich mehr als einen Liter dünnflüssigen Schleim, der zum Abwehrsystem des Bronchialsystems gehört. Auf diesem Schleim lagern sich Staubpartikel aber auch Bakterien ab, die dann vom Flimmerepithel bis zum Kehlkopf hochgeflimmert werden. In aller Regel räuspern wir uns unbewusst und verschlucken dann den aus den Bronchien hochbeförderten Schleim. Z.B. auch nachts. Wenn der Schleim zäh ist, macht er stärkeren Hustenreiz und sollte dann auch zweckmäßigerweise abgehustet werden. Dabei ist es medizinisch gesehen unerheblich, ob dieser zähe Schleim verschluckt wird oder ob er ausgespuckt wird. Der verschluckte Schleim schadet dem Magen-Darm-Trakt nicht. Evtl. darin enthaltene Bakterien werden von der Magensäure abgetötet.

Der Umgang Ihres Freundes mit dem Bronchialschleim dürfte eher eine Angewohnheit sein, die medizinisch gesehen unerheblich ist. Übrigens: Kinder und Frauen verschlucken in aller Regel das hochgehustete Bronchialsekret, weil es ihnen unangenehm oder peinlich ist zu spucken, während Männer sehr viel häufiger den hochgehusteten Schleim auch ausspucken.

Mit freundlichen Grüßen

Prof. Dr. med. Helmut Fabel
Deutsche Lungenstiftung e.V.


Fragen zu Reizhusten

Frage:

Ich bin Nichtraucher und habe seit 3 Jahren Reizhusten, Allergie-Tests waren ohne Befund. Auch eine Thorax-CT war unauffällig. Meine Ärzte sind ratlos.

Antwort:

Sie fragen uns nach der Ursache Ihres Reizhustens. Offensichtlich sind Sie schon bei mehreren Spezialisten gewesen. Entsprechende Untersuchungen der Lungenfunktion bis hin zu einem CT der Lunge sind durchgeführt worden.

Über die Ursache ohne nähere Kenntnis Ihres Krankheitsbildes kann aus meiner Sicht nur spekuliert werden. Sie sollten wissen, dass es auch ein nichtallergisches Asthma gibt. Bei diesem Krankheitsbild ist das Bronchialsystem mit seinen feinen Nervenendigungen sehr empfindlich. Wir nennen das Krankheitsbild ein hyperreagibles Bronchialsystem. Neben einem Allergietest sollte dann auch ein unspezifischer Test gemacht werden, um herauszufinden, ob bei Ihnen eine solche Erkrankung vorliegt. Falls der Reizhusten Sie sehr quält und schon so lange persistiert, ist auch zu erwägen, ob man sicherheitshalber eine Bronchoskopie durchführt, um irgendwelche Anomalien in Ihrem Bronchialsystem zu erkennen.

Daneben gibt es auch eine sich verselbstständigende Neigung zu Hustenattacken, die Sie nicht selbst unter Kontrolle bringen können. Vergleichbar sind Störungen, bei denen Menschen unwillkürlich sich ständig räuspern, schniefen oder unwillkürliche Muskelzuckungen, z.B. der Gesichtsmuskulatur haben. Sie sehen, dass das Ganze ein schwieriges Problem ist. Ich glaube aber, dass noch nicht alle diagnostischen Möglichkeiten ausgeschöpft sind. Sie sollten sich vielleicht noch einmal mit Ihrem Lungenfacharzt oder Hals-Nasen-Ohren-Arzt in Verbindung setzen.

Mit freundlichen Grüßen

Prof. Dr. med. Helmut Fabel

Deutsche Lungenstiftung e.V.

Fragen zu Mukoviszidose

Frage:

Hallo liebes Ärzteteam! Ich bin 16 Jahre alt und habe eine Freundin, die an Mukoviszidose erkrankt ist, und möchte gern wissen, ob ich ihr vielleicht durch eine Spende (Lunge) helfen könnte, deshalb lautet meine Frage an Euch, ob man jeden Patienten, insofern sein Körper das Spende-Lungenstück nicht abstößt, heilen kann? Ich weiß, dass man erst mit 18 Jahren spenden darf, aber da ich in einem Monat 17 werde, würde es ja nicht wirklich lange dauern, bis ich 18 bin. Ich würde ihr gern helfen, versteht mich nicht falsch, ich bin mir im Klaren, dass sie natürlich meine Blutgruppe haben muss, aber ich will ihr nicht erst Hoffnungen machen und danach ist sie niedergeschlagen. Deshalb würde ich gern wissen, ob dies theoretisch für jeden Patienten in Frage käme, denn ich rauche nicht, trinke nicht, nehme keine Art von Drogen (auch noch nie probiert!) und bin nicht fettleibig. Abgesehen davon habe ich auch keine Krankheiten oder Allergien!

Ich würde mich freuen, wenn ihr mir auf diese Frage eine schnellstmögliche Antwort senden könntet!

Mit freundlichen Grüßen
Daniela

Antwort:

Liebe Daniela,

Deine Bereitschaft, einer guten Freundin, die an Mukoviszidose erkrankt ist, einen Teil Deiner Lunge zu spenden, ist hochherzig und anerkennenswert.

Sogenannte Lebendspenden eines Organs oder eines Organteils sind bei Nierentransplantationen und auch bei einer Leberteiltransplantation durchaus üblich, wenn sie von engen Verwandten stammen. Die Lebendspende bei Lungentransplantationen steht erst in den Anfängen; Spenden eines Lungenlappens von Eltern mukoviszidosekranker Kinder sind in Erprobung, aber noch kein Routineeingriff. Bei kleinen Kindern reicht die Spende eines Lungenlappens (und nicht eines ganzen Lungenflügels) evtl. aus. Viele Eltern nehmen das Risiko einer solchen großen Operation in Kauf. Bei Erwachsenen müsste wegen der Größe des Brustkorbes eine gesamte Lunge gespendet werden. Auch wenn sich zwei Spender bereit erklären, jeweils einen Lungenflügel zu spenden, bedeutet das ein hohes gesundheitliches Risiko für die Spender. Bei Mukoviszidose muss die gesamte erkrankte Lunge (beide Lungenflügel) entfernt werden, da kein Eiterherd im Brustkorb verbleiben darf.

Ich gehe davon aus, dass die Frage einer Lungentransplantation bei Deiner Freundin bereits diskutiert worden ist. Wenn sie in einem der großen Transplantationszentren bereits auf der Warte-liste ist, hat sie auch eine gute Chance, eine Spenderlunge zu erhalten.

Natürlich müsste man vorher wissen, wie fortgeschritten die Erkrankung überhaupt ist und ob keine anderen Kontraindikationen für eine Lungentransplantation bestehen. Die größten Lungentransplantationszentren in Deutschland sind Hannover, Berlin und München.

Deine Freundin kann sich glücklich schätzen, eine Vertraute zu haben, die mit ihr durch Dick und Dünn geht. Ich hoffe, Du kannst sie weiterhin motivieren, alles zur Verbesserung ihrer Krankheitssituation zu tun und, wenn noch nicht geschehen, Kontakt mit einem der großen Transplantationszentren aufzunehmen.

Mit freundlichen Grüßen
Prof. Dr. med. Helmut Fabel

Deutsche Lungenstiftung e.V.

Fragen zu Husten

Husten

17.11.08

Frage:

Vor 14 Jahren hatte ich einen grippalen Infekt. Seit dieser Zeit habe ich ständig Husten. Ich laufe von Facharzt zu Facharzt und kein Mediziner findet die Ursache. Mittlerweile habe ich im gesamten Thorax-Bereich starke Schmerzen. Weder Kortison noch Kodein bringen Erleichterung. Ich bin verzweifelt meine Lebensqualität ist gesunken. Kein Arzt hat den Ehrgeiz die Ursache meiner Beschwerden zu finden. Ich glaube, ich lebe im Mittelalter und nicht im modernen Medizinzeitalter!

Können Sie mir helfen oder haben Sie eine Idee wer das könnte?

Mit freundlichen Grüßen

U. P.

Antwort:

Sehr geehrter Herr P.,

Ihre Angaben über das bei Ihnen vorliegende Krankheitsbild reichen nicht aus, um eine befriedigende Antwort zu geben.

In der Tat kann es nach schwerwiegenden grippalen Infekten zu einer dauerhaften chronischen Bronchitis kommen. Häufig ist auch, dass durch eine solche entzündliche Erkrankung ein latentes Asthma aktiviert wird. Ich gehe davon aus, dass Sie bei einem Facharzt für Pneumologie waren und dass dieser eine ausführliche Lungenfunktionsprüfung durchgeführt hat. Falls eine solche keine Einschränkung der spirographischen Werte gezeigt hat und falls auch eine Testung auf Asthma bronchiale negativ verlaufen ist, ist wahrscheinlich davon auszugehen, dass Sie eine geringe chronische Bronchitis zurückbehalten haben.

Es gibt noch eine Großzahl anderer, zum Teil seltener Erkrankungen, die einen chronischen Husten unterhalten. Wichtig wäre zu wissen, ob Sie chronischer und langjähriger Raucher sind.

Falls die Beschwerden erheblich sind und sich keine befriedigende Erklärung für den Hustenreiz ergibt, sollte auch eine Bronchoskopie durchgeführt werden, um evtl. bislang noch nicht erkannte endobronchiale Veränderungen auszuschließen.

Sicherlich leben Sie nicht im Mittelalter, die Abklärung von chronischem Reizhusten ist allerdings häufig sehr schwierig und bedarf einer eingehenden pneumologischen fachärztlichen Untersuchung.

Mit freundlichen Grüßen

Prof. Dr. med. H. Fabel

Ehrenvorsitzender der Deutschen Lungenstiftung e.V.

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Deutsche Lungenstiftung e.V.
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